Tanz

Der Baile Flamenco (Flamencotanz) ist heute in Europa neben dem Cante Flamenco (Gesang) das zweite wichtige Element des Flamenco. In seiner Heimat jedoch stand der Baile zumeist im Schatten des Cante, da der Tanz im allgemeinen als Showmittel gedeutet wurde, das dem introvertierten Charakter des ursprünglichen Flamencos widersprach, der als Ausdrucksmittel tiefer Emotion galt. Bei dem Flamenco wie wir ihn heute aus vielen Darbietungen kennen, hat sich das Verhältnis zwischen Cante und Baile zumeist zugunsten des Baile verschoben.

Dennoch gilt, dass auf der Bühne der Bailaor oder die Bailaora dem Cantaor genügend Raum geben muss, damit er sich sammeln und in sich gehen kann, um dann seinen Gefühlen entsprechenden Ausdruck zu verleihen.

Über die Herkunft des Baile lässt sich heute wenig sagen, da es kaum überlieferte Dokumente gibt und es ist schwierig den Flamenco zu kategorisieren. Der Übersichtlichkeit halber aber folgen wir einer Gliederung, die den Baile zumeist in drei Gruppen einteilt:

Baile Grande Soleá, Siguiriya, Taranto

Baile Intermedio Tientos, Alegrías, Peteneras

Baile Chico Bulerías, Tangos, Tanguillos, Farruca, Garrotín

Obwohl sie streng genommen nicht zum Flamenco gehören, werden die folgenden Tänze heute mit dem Baile Flamenco oft gleichgesetzt. Ihre Einflüsse sind:

Andalusisch: Sevillianas, Fandangos de Huelva, Verdiales

Arabisch: Zambra, Danza Mora

Südamerikanisch: Rumba, Guajira, Colombianas

Diese Tänze werden der Folklore zugeordnet.

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