Baile Grande

Der Baile Grande zählt von der Interpretation her wohl zu den schwierigsten Tänzen. Die Betonung in den Bewegungen liegt zugleich auf dem Oberkörper, den Armen und den Händen. Im Gegensatz zu den Tänzerinnen sind die Bewegungen der Tänzer weniger weich. Sein Tanz ist gradlinieg und dennoch leidenschaftlich und kraftvoll. Der Abschluss einer Sequenz (Cierre) wird mit nicht zu langen Zapateados getanzt, ebenso die Ankündigung einer neuen Sequenz (Llamada).

Die Zapateados sollen mit Gefühl getanzt werden und nicht bloss eine Zurschaustellung erlernter Technik sein. Besonders wirkungsvoll ist die kontrapunktische Betonung des Rhythmus durch die Contratiempos. Zu den Baile Grandes gehören die Soléa, der Taranto und die Siguiriya:

Die Soléa:
Sie gehört zu den wichtigsten Flamencotänzen und gilt als typischer Frauentanz. Zumeist wird sie mit der Bata de Cola, einem langen Schleppenkleid, getanzt. Die Soléa erreichte gegen Ende des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt.

Der Taranto:
Obwohl er mit seinen Passos saltados, den kleinen hüpfenden Schritten, eher untypisch für den Flamenco ist, zählt der aus einem Bergarbeitergesang entstandene Stil heute zu dem Baile Grande.

Die Siquiriya:
Ursprünglich wurde der stark von den Gitanos beeinflusste Stil nicht getanzt. Erst Mitte der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde er für den Baile Flamenco entdeckt. Etwa 25 Jahre später wurden bei diesem Tanz erstmalig Kastagnetten eingesetzt. Heute zählt sie zum dem Grundrepertoire des Flamencotanzes.

zurück zu Tanz